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Lars Schieske

AfD · Mittwoch, 9. September 2026

Wörter
443
Beifall
5
Zurufe
1
Wahlperiode
21

Sehr geehrtes Präsidium! Meine Damen und Herren! Herr Merz – der Platz des Kanzlers ist unbesetzt –, fünf Wochen: So lange war das Amt des Sportstaatsministers unbesetzt in diesem Land, und das mitten in der Endphase der Olympiabewerbung. Der Präsident des Landessportbundes Berlin hat das öffentlich skandalös genannt; recht hat er, der Mann.

Christiane Schenderlein, erste Sportstaatsministerin dieser Republik: nach 14 Monaten abserviert. Erfahren hat sie es am Telefon. Überrascht und enttäuscht war sie – wahrscheinlich so enttäuscht wie über 80 Prozent der Deutschen vom Kanzler.

Er wünsche sich jemanden mit einem gewissen Bekanntheitsgrad. Das ist also das Anforderungsprofil: nicht Sachverstand, nicht Erfahrung, sondern Bekanntheit.

Dann Nadine Keßler, Weltfußballerin, UEFA-Direktorin und 2009 für die saarländische SPD Mitglied der Bundesversammlung. Sie kam nicht.

Am Ende wurde es Ronald Rauhe, ein verdienter Olympiasieger, gar keine Frage, aber nicht die erste Wahl. Aber damit kennt sich der Kanzler aus. Auch Herr Rauhe hat einst für die SPD kandidiert – in meinem Bundesland, für den Landtag Brandenburg. Der „taz“ sagte er 2019, er sei dazu eher überredet worden. Ehrlicher hatte er sich die Politik vorgestellt. Herr Rauhe, Sie hatten recht: Mit der Ehrlichkeit halten es die Vertreter der Kartellparteien hier nicht so.

Über eine Rückkehr in die Politik sagten Sie damals – ich zitiere Sie –: „Die Politik war ein Ausflug, den ich für mich nicht mehr so sehe.“ Und jetzt, sieben Jahre später: Herzlich willkommen in der Politik! So viel zur Ehrlichkeit. Aber wir reichen Ihnen trotzdem die Hand

  • Beifall bei der AfD

für eine Sachpolitik, die unseren Sportlern wirklich nutzt. Und das ist ehrlich gemeint. Für Ideologie stehen wir nicht bereit.

  • Beifall bei der AfD

Bei diesem ganzen Postenkarussell wurde eines nicht bedacht: Herr Merz, der beste Sportpolitiker dieses Hauses saß die ganze Zeit in Ihren eigenen Reihen: Stephan Mayer, CSU, seit 2002 im Bundestag, ehemaliger Parlamentarischer Staatssekretär im Innenministerium, Sprecher für Sport und Ehrenamt Ihrer Fraktion, erfahren, vernetzt, sachkundig. Einer, der weiß, wovon er redet. Er redet viel und gern.

Aber ein CSU-Mann im Kanzleramt? Undenkbar. Lieber jemand mit SPD-Vergangenheit – eine Partei, die bei der Bundestagswahl 16,4 Prozent geholt hat und sich aufführt, als wäre es eine 30-Prozent-Partei.

Während die Posten geschoben werden, wirft sich eine 25-Jährige aus Rostock in Birmingham zur Vizeeuropameisterin: Julia Ulbricht, aus dem Bundeskader gestrichen, Förderung gestrichen, Minijob für die Miete im besten Deutschland aller Zeiten. Mit uns läuft das anders.

  • Beifall bei der AfD

Wir hatten beantragt, die Athletenförderung auf 17,8 Millionen Euro anzuheben. Sie alle haben das damals abgelehnt. Für die Athleten hatten Sie damals nichts über. Ich darf Ihnen eins verraten: Wir bringen diesen Antrag in den Haushalt 2027 wieder ein.

Sport frei und vielen Dank.

Die nächste Rednerin in dieser Debatte ist Katrin Zschau für die SPD-Fraktion.

  • Beifall bei der SPD und der CDU/CSU

Quelle: Plenarprotokoll 21/92 (PDF) ↗ · Zwischenrufe und Beifall sind im Text nicht enthalten.