Herr Klüssendorf, ich möchte voranschicken: Ihre Partei hat in Sachsen-Anhalt ein Wahlergebnis von 9 Prozent erreicht, und zwar deswegen, weil sie auch hier im Bundestag von Menschen wie Ihnen vertreten wird, die in ihrem Leben noch nie wertschöpfend gearbeitet haben.
- Zurufe von der SPD
Und dass Sie sich hier als Arbeiter gerieren, ist ein Hohn.
Ich sage Ihnen aber noch das Nächste: Sie haben hier darüber geredet, wir würden Menschen islamischen Glaubens diskriminieren.
- Zurufe von der SPD: Ja!
Sie haben das breit ausgerollt und haben gesagt, wir würden verallgemeinern. Ihre Partei redet im Zusammenhang mit Gruppenvergewaltigungen, mit zehntausendfachen Straftaten in Deutschland nie davon, welche Gruppen sie begehen, sondern von einer riesigen Gruppe: Sie reden immer nur von Männern.
Ich stelle mir die Frage, wie Sie sich hierhinstellen können und irgendwem irgendwelche Zuordnungen vorwerfen können, wenn Sie die Hälfte der Bevölkerung bei irgendwelchen Verbrechen unter Generalverdacht stellen. Das ist doch die Wahrheit, und das ist auch die Unglaubwürdigkeit, für die Sie stehen, die Unglaubwürdigkeit, die Ihre Partei dahin gebracht hat, wo sie heute steht.
Vielen Dank.
Herr Reichardt bleibt stehen. Herr Klüssendorf darf antworten. – Ich sage jetzt nur mal scherzhaft: Sie haben ja hoffentlich nicht die Frauen gemeint, als Sie gerade die Männer angesprochen haben.
Herr Klüssendorf, bitte.
Quelle: Plenarprotokoll 21/92 (PDF) ↗ · Zwischenrufe und Beifall sind im Text nicht enthalten.